Eichstätt, 25.01.2021

Unterwegs mit Karte und Funk

Angepasste Ausbildung des THW

Durch ständigen Funkkontakt mit der Basis erhielten die Fahrzeugbesatzungen die anzufahrenden Koordinaten. (Foto: THW OV Eichstätt)

„Heros Eichstätt 24/54, fahren Sie folgende Koordinaten an: 32UPV58951802“. Diese kurze Meldung aus dem Digitalfunkgerät löst bei der Besatzung des angefunkten Fahrzeugs des THW Ortsverband Eichstätt eine Reihe von Aufgaben und Abläufen aus. Zunächst werden die Anfrage der Basis und die Koordinaten per Funk bestätigt. Wenn sichergestellt ist, dass alles korrekt übermittelt wurde, beginnen die Einsatzkräfte mit der Navigation auf dem entsprechenden Kartenabschnitt. Dazu müssen sie die Koordinaten richtig entschlüsseln und damit auf der Karte den nächsten Zielort bestimmen. Im Anschluss meldet das Team den nächsten Zielort an die Basis und fährt das nächste Ziel an, in diesem Fall die Willibaldsburg in Eichstätt

Für die Kameraden*innen am anderen Ende der Funkverbindung ist die Orientierungsfahrt dagegen eine echte Belastungsprobe. Bei insgesamt sieben Fahrzeugen, die bei dieser Funkausbildung im Landkreis unterwegs waren, dröhnen pausenlos Anfragen aus den Lautsprechern. Zudem müssen auch die Routen mit den anzufahrenden Koordinaten sowie die aktuellen Positionen sämtlicher Fahrzeuge ständig überwacht werden.

Die mobilen Teams müssen nach der Ankunft an einem neuen Zielort verschiedene Aufgaben erfüllen. Diese werden ebenfalls von der Basis per Funk durchgegeben und dienen vorrangig der Pflege und Kontrolle der Fahrzeuge und Ausrüstung. Sie reichten von der Kontrolle der Verbandskästen, Hygieneboxen und Warnwesten auf den Fahrzeugen bis hin zum Aufziehen von Schneeketten. Letzteres war angesichts der winterlichen Wetterverhältnissen und teilweise abseits gelegenen Zielkoordinaten ein ziemlich realistisches Einsatzszenario.

Ausbildung während der Pandemie

Dass die Ausbildung während des Lockdowns in der Corona-Pandemie überhaupt stattfinden konnte, ist der guten Vorbereitung und einem strengen Hygienekonzept geschuldet. Wie auf das Leben aller Menschen in Deutschland, wirken sich die strengeren Corona-Auflagen auch auf die Ausbildung und den Dienstbetrieb des THW aus: Begrenzte Gruppenstärke, FFP2-Maskenpfllicht während der gesamten Dienstzeit, nur allernotwendigste Anwesenheit in Gebäuden, Arbeiten im Freien mit großen Abständen und weitere Hygienemaßnahmen und -auflagen. Dennoch muss die Einsatzfähigkeit von Truppe und Ausrüstung auch während der Pandemie gewahrt bleiben. 

Eine Orientierungsfahrt bietet in dieser Hinsicht mehrere Vorteile: trotz geringer Gruppenstärke (Die Fahrzeug sind mit maximal drei Personen unterwegs) können wichtige Ausbildungsinhalte im Bereich Funk und Kartenkunde mit wichtigen Bewegungsfahrten verbunden werden. Durch die Pandemie haben viele Fahrzeuge lange Standzeiten oder werden nur für Kurzeinsätze in der Corona-Abwehr genutzt. Zudem gewannen die neuen Kraftfahrer des OV durch die Ausbildung dringend benötigte Fahrpraxis für die kommenden Ausbildungen und Einsätze. 

Fazit

Auch in Zeiten der Corona-Pandemie sind Ausbildungen im THW möglich und sinnvoll. Neben Online-Schulungen können auch Präsenzveranstaltungen abgehalten werden, sofern ein entsprechendes Hygiene- und Sicherheitskonzept vorliegt und eingehalten wird. Gerade die Funkausbildung lässt große Abstände zwischen den Helfer*innen zu und ist für die Einsatzfähigkeit von großer Bedeutung. 

Die Teilnehmer der Orientierungsfahrt bewerteten die Ausbildung sehr positiv -  trotz der Pflicht zum Tragen einer FFP2-Maske. Vor allem für die neuen Helferinnen und Helfer war die intensive Arbeit mit den Funkgeräten eine tolle und gern genutzte Möglichkeit, um Hemmungen und Ängste im Umgang mit dieser einsatzrelevanten Kommunikationstechnik abzubauen. 


  • Durch ständigen Funkkontakt mit der Basis erhielten die Fahrzeugbesatzungen die anzufahrenden Koordinaten. (Foto: THW OV Eichstätt)

  • Trotz der vielen Fahrzeuge stand die Kommunikation per Funk im Mittelpunkt der Ausbildung. (Foto: THW OV Eichstätt)

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